Die Geschichte von Zäckericker Loose

Der Ursprung des heutigen Dorfes liegt im heutigen polnischen Siekierki. Siekierki hieß früher Zäckerick und wird im folgenden auch so genant. Zäckerick hatte eine Fläche von 750 ha und eine Einwohnerzahl von 177. Der Name kommt aus dem Slawischen und bedeutet "Ort hinter den kleinen Hügeln" ! Die Bezeichnung Loose gibt es als Namenszusatz nur im Oderbruch und bedeutet: "Verlegung einer Hofstelle aus dem Dorf auf ein neu entehendes geschlossenes Grundstück auf einer Feldmark". Zäckerick wurde 1317 erstmalig urkundlich erwähnt!

Zu dieser Zeit war auf dem Territorium noch unbewohnbarer Sumpf. Am 29.06.1317 vereinigte Marktgraf Ludwig der Römer Besitzungen in Zäckerick mit dem Kloster Zehden. Nach Urkunden von 1375 lebten 19 Wendische und 1 deutsche Familie in Zäckerick. Sie hatten keine Ländereihen sondern nur Gärten in denen sie Hanf anbauten. 1440 wurden diese von Hussiten zerstört.

1625 teilte sich Zäckerick in 2 Gemeinden. In eine große, wo Fischer und Kossäten wohnten und eine kleine in der Freileute und Neubüdnern wohnten. Die große Gemeinde war ein Runddorf und die kleine ein Haufendorf. Durch die kontinuierlichen Überschemmungen bis nach Wriezen brachte die Fischerei gute Erträge, da die Oder damals noch sehr Fischreich war.

1736 war das Oderbruch ein großer See da der Damm an der Alten Oder den Druck des Schmelzwassers nicht mehr standhalten konnte. Friedrich Wilhelm I lies prüfen ob nicht ein neues Flussbett von Küstrin nach Oderberg möglich wäre. Sein Sohn Friedrich Wilhelm II erkannte die Vorteile, die eine solche Flussumbettung bringen würde z.B. die Gewinnung von 94000 Morgen Land. Am 02.07.1756 wurde der letzte Fangarm bei Güstebiese durchstochen. Damit war der Sogenante "Petrikanal" fertiggestelt. Er wurde nach seinem Baumeister Petri benannt. Der neue Strom war 50 m breit und an der linken Seite schützte ein starker Deich das Bruch vor Überschwemmungen.

Die Fischer verloren durch die Trockenlegung des Bruchs ihren Lebensunterhalt. Sie erhielten aber 80 Morgen Land. Die Kossäten bekamen 65 Morgen Land und die Freileute bekamen 25 Morgen Land. Die Fischer hatten Fischereirechte, Holz und Weiderechte. Dies war aber nicht genug für ihren Lebensunterhalt. Also stellten sie sich um. Sie bebauten das Bruch. So wurden aus Fischern, Landwirte und Viehzüchter. Zu dieser Umstellung kamen noch eine Menge Abgaben. Sie waren immer noch dem Amte Grünberg unterstell. Wer eine Wirtschaft Übernahm, mußte den Untertaneneid leisten.

Friedrich II schickte 1753 Werber in fremde Regionen, um Bauern anzuwerben. Er versprach ihnen Persönlichkeits- und Glaubensfreiheit, Recht auf Vererbung des gewonnenen Landes, Befreiung vom Millitärdienst und keine Abgaben an den Grundbesitzer sondern Steuern an den Staat. Es kamen 6000 Kolonisten aus Polen, der Schweiz, Hessen, Sachsen und Pfälzer. Die konzentration auf 295 Quadratkilometer brachte verschiedenste Kulturformen auf kleinstem Raum.

 

Ihre Arbeit veränderte die Landschaft z.B. kilometerlange geradeausführende Gräben. Da das neue Flußbett von Güstebiese an Zäckerick vorbei lief, konnnten die Fischer teilweise ihren alten Beruf nachgehen. Das weite Bruch war aber verloren.

Um das Land im Bruch zu beackern, mußte man die Oder Überqueren. Deshalb wurde 1754 eine Brücke gebaut. Wer über die Brücke ging, mußte Zoll zahlen. Deshalb bekam Zollbrücke seinen Namen. 1785 wurde die Brücke nach schwerem Eisgang beschädigt, aber dann wieder ausgebessert. Im Frühjahr 1785 wurde das Bruch mit Schmelzwasser Überflutet. Am 13.03.1805 brach die Brücke durch schweres Eis zusammen.Von da an mußte eine Fähre den Verkehr aufrecht erhalten.

Da das Überqueren sehr unbequem war, begannen die Halbfischer, wie sie sich jetzt nannten, ins Bruch umzuziehen. Sie waren durch die Bauernbefreiung 1808 freie Bauern geworden. Am 10.11.1810 wurde die Erbuntertänigkeit aufgehoben.

 

Fährübergang in Zollbrücke

Das bedeutet für Zäckerick´s Landwirtschaft, daß der Besitz des Ordensamtes in Staatsbesitz Überging. Die Regierung bot den ehemaligen Pächtern das Land zum Kauf an. Sie wollten es aber nicht haben, da es sich nicht lohnte. Deshalb Übernahm die staatliche Forstwirtschaft einen Teil der Flurstücke. Durch die Befreiungskriege verzögerte sich die Flureinteilung bis 1817. 1833 wurde das Odervorland unter den Fischern und den Freileuten aufgeteilt. Für den Hafen nahm man das Vorland der Freileute.

Der Ortsteil entwickelte sich immer mehr, wurde weiter und größer. Er gehörte aber Verwaltungsgemäß zu Zäckerick. Etwa Mitte des vorigen Jahrhunderts ging man zum Getreideanbau über. Zollbrücke wurde ein wichtiger Verlade und Umschlaghafen, nicht nur für Zäckericker Loose. Die Bewohner von Zollbrücke traten zu dieser Zeit als Aufkäufer für Getreide, Kartoffeln und Heu auf. Die Waren wurden Über den Wasserweg zu ihren Bestimmungsorten gebracht.

1838 war eine große Hochwasserkatastrophe. Der Damm war unterhalb Güstebiese mehrmals gebrochen. Das Oderbruch war bis Wriezen Überschwemmt. Die Deiche wurden aber kurze Zeit später wieder in Stand gesetzt.

1844 zogen 21 Neuseparaten (Umsiedler) ins Bruch nach Zäckericker Loose. Jetzt begann eine rege Bauzeit, weil einige Bauern ihre Scheunen in Zäckerick abrissen und in Zäckericker Loose neu aufbauten. In den Jahren 1844-1872 fand eine Umsiedlung statt. Jeder Umsiedler erhielt zu seinem Ackerland eine Acker- und Wiesenrähne, sowie 2 Weiden von 10 ha größe. 1879 wurde der Bau der Chaussee Zollbrücke-Wriezen, zur besseren Anfuhr der Waren fertiggestellt. Auf der Rückfahrt brachten die Schiffe Baumaterial, Braunkohle und Holz mit. Aber die Blühtezeit hielt nicht lange an, da die Eisenbahn eine große Konkurenz für die Schiffer wurde. 1890 wurde die Bahnstrecke Berlin-Königsberg (Neumark) gebaut.

 

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Die Eisenbahnbrücke

1930 wurde eine zweite Eisenbahnbrücke gebaut. Die alte Brücke wurde umfunktioniert zu einer Verkehrsbrücke. Auch zu dieser Zeit wurde Zäckericker Loose elektrifiziert. Das Mutterdorf hatte schon 20 Jahre vorher Strom. Zu dieser Zeit hatte Zäckerick ca 1300 Einwohner.

 

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Und zum Zweiten

Jetzt wurden die Sonderpläne für die Entwässerung mit Verbreiterung und Vergrößerung der Grabensysteme durchgeführt. Außerdem wurden Abläufer und Zubringer angelegt. 1935 wurde die erste Pumpanlage mit einer Kreiselpumpe gebaut.

Im März 1940 war wieder schwerer Eisgang. Es drohte ein Dammrutsch, außerdem war das Wasser so hoch, daß es faßt Über den Rand des Dammes herüberlief. Durch die Überflutung des Zehdener Bruchs konnte das Oderbruch gerettet werden.

 

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Schöpfwerk Zäckericker Loose

Durch den 2. Weltkrieg kamen viele Änderungen. Viele Männer wurden Soldaten, Vieh und Fahrzeuge wurden Beschlagnahmt. Die Zurückgebliebenden mußten alle Arbeiten verrichten. Als Berlin im Bombenhagel lag, kamen viele Kinder, Frauen und alte Leute, sie wurden hier einquartiert. Im Februar 1945 zwangen Faschisten zum Zug nach Westen, weil die Oder eine Kampflinie war. In den zwanziger Tagen des Aprils befreite die erste polnische Armee Zäckericker Loose!

Nach dem Krieg kamen die Dorfbewohner wieder zurück. Sie fanden alles verwüstet vor. Das Vieh war tot! Im Juni kamen Umsiedler aus Zäckerick. Man mußte einen Friedhof anlegen. Es wurde auch der Boden wieder urbar gemacht.

Am 21.03.1947 brach der Oderdamm in Reitwein. Da die Wassermassen erst das untere Oderbruch Überschwemmten, konnte die Bevölkerung evakuiert werden.

Im Mai begann man wieder mit Getreide- und Kartoffelanbau. Es blieben aber noch viele Flächen unbestellt. 1950 wurde die abgebaute Bahnstrecke wieder aufgebaut.

Bei der Bodenreform wurden 15 Neubauernhöfe gebaut. Am 31.12.1952 wurde die Genossenschaft "Frohe Zukunft" gegründet, die sich ein Jahr später wieder auflöste.

 

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Bahnhof Neurüdnitz/Zäckericker Loose

Im Dezember 1953 gründete sich die LPG "Thomas Mann" mit 13 Personen. Die restlichen Bauern versuchten es allein. Am 11.03.1960 gründeten einige Einzelbauern die LPG Typ I. Das bedeutete, daß sie die Felder zusammen bestellten, aber die Viehwirtschaft eigenständig unterhielten. Die anderen Bauern gründeten die LPG Typ III. Bei diesem Typ war alles zusammen, Viehzucht und Landwirtschaft.

Zu dieser Zeit wurde ein kleiner Laden eröffnet und eine Baracke gebaut, die für Versammlungen und Feste war. Es wurde ein MTS-Stützpunkt mit dazugehörigen Häusern gebaut. Eine kleine Postfiliale wurde eröffnet. 1961 entwässerte man noch einige Wiesen. Einige Zeit später vereinigten sich MTS und LPG. Das war rentabler und man konnte siche einige Großmaschinen leisten. 1964 bekam das Dorf eine neue Straße. Es wurden Ställe und Scheunen sowie ein eues Melkhaus gebaut. In den 60ziger Jahren führte man größere Melerationsarbeiten durch, die 1972 beendet wurden. 1967 ersetzte man die Pflasterstraße durch eine Betonstraße und die LPG Typ I trat der LPG Typ III bei. Einige Jahre später wurde dan die LPG (P) gegründet und die Tiere Übernahm die LPG (T) Zäckericker Loose/Wustrow. 1981 schloß man die 8 klassige Schule. Ein Kindergarten wurde 1983 eingerichtet. 1991 wurden die LPG (T+P) aufgelöst.

 

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Theater am Rande

Mit der Wende 1989 wurde der Konsum geschlossen, die LPG wurde privatisiert und der Kindergarten sowie die Post geschlossen! In den 90 ern wurde die Straße erneuert und die Gehwege gepflastert! 1997 konnte unter großem Aufwand ein erneutes Hochwasser verhindert werden! Die aber durch die Einsatzfahrzeuge endgültig Kaputen Straßen wurden erneuert! 1999 wurde die Baracke abgerissen!

 

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Wegweiser

2000 wurden Erdgasleitungen verlegt und 2001 die Dämme im Rahmen des Wiederaufbauprogramms erneuert. 2002 wurden neue Straßenlaternen Errichtet. Als ausergewöhnlich beliebt gilt unter den Touristen das in Zollbrücke Niedergelassene "Theater am Rande" und das "Gasthaus Zollbrücke"! 2005 wurde auf dem Damm ein Radweg gebaut und die ehemalige Bahnstrecke auf der die Gleisanlagen entfernt wurden, wurde 2006 zu einem Radweg ausgebaut  um den Tourismus zu etablieren! In Güstebieser Loose wurde 2007 wieder eine Fähre eingerichtet.